Einfach konstruierte Seilbahnen bestanden anfangs aus gespannten Drahtseilen, über die Lasten ins Tal befördert wurden. Die klassische Kleinseilbahn verfügt über zwei Gondeln, die mit einem Zugseil verbunden sind und sich gegenläufig bewegen. Eine Umlenkrolle an der Bergstation sorgt dafür, dass das Zugseil die gegenläufige Gondel in Bewegung hält. Wird eine Gondel ins Tal befördert, zieht sie gleichzeitig die andere nach oben. Der Antrieb erfolgt in modernen Anlagen meist über Elektromotoren, während früher auch wasser- oder schwerkraftbetriebene Systeme genutzt wurden.
Eine innovative Variante im 20. Jahrhundert nutzte Wassertanks in den Bergstationen: Durch das Befüllen eines Tanks wurde die talwärts fahrende Gondel schwerer, sodass sie die andere hinaufzog. Ein Mechanismus sorgte dafür, dass sich der Tank der talwärts fahrenden Gondel an der Talstation entleerte, sodass der Zyklus erneut starten konnte. Diese Entwicklungen trugen maßgeblich dazu bei, die Landwirtschaft in schwer zugänglichen Regionen zu erhalten.
Im Sommer profitieren Wanderer, Gleitschirmflieger, Radfahrer und Bergsteiger von den Kleinseilbahnen, die ihnen einen bequemen Zugang zu höher gelegenen Ausgangspunkten ermöglichen. Durch die gute Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz können mehrer Kleinseilbahnen zur Touren kombiniert werden. Am Ende der Tour kann man mit dem Bus oder derm Zug zum Ausgangsort zurückfahren.
Im Winter sind sie eine wertvolle Unterstützung für Schneeschuhwanderer, Schlittler und Skitourengeher, die abseits der überfüllten Skigebieten die ruhige Natur suchen. Insbesondere für Familien und Senioren mit begrenztem Budget stellen Kleinseilbahnen eine attraktive Möglichkeit dar, die Bergwelt zu erleben.
Bei den Aktivitäten findest verschiedene Touren und Bergerlebnisse.
Trotz ihrer Bedeutung für die Bevölkerung und den Tourismus stehen viele Betreiber von Kleinseilbahnen in der Schweiz vor großen finanziellen Herausforderungen. Der Betrieb einer Seilbahn ist kostspielig. Einerseits ist die Wartung und die Instandhaltung der Kleinseilbahnen teuer, andererseits ist für den Betrieb der Bahn auch Personal notwendig.
Bei der Wartung und der Instandhaltung der sicherheitsrelevanten Bauteile müssen die Betreiber kompromislos die kantonalen Vorgaben erfüllen. Alle Bahnen, welche den öffentlichen Personenverkehr anbieten, müssen sich regelmässigen Inspektionen stellen. Dann werden insbesondere die Seile und andere Sicherheitstechnisch relevante Bauteile unter die Lupe genommen. Eine Verlängerung der Lizenz wird selbstverständlich nur bei tadellosem Zustand der Anlage bewilligt.
Und dann sind da noch die Personalaufwände, welche gedeckt werden müssen. Viele dieser Bähnchen werden von Genossenschaften betrieben welche oftmals auch das Personal stellt. Mancherorts mit Freiwilligen Arbeit oder mit einer kleinen Entschädigung. Besonders für Bahnen, die abgelegene Höfe und kleine Dörfer bedienen, ist es schwierig, die notwendigen finanziellen Mittel aufzubringen. Viele dieser Bahnen werden von Landwirten oder kleinen Gemeinschaften betrieben, die auf die Einnahmen aus dem Betrieb angewiesen sind, um die Kosten zu decken. Da die Fahrgastzahlen gering sind (kleine Kabinen) und die Bahnen nur gelegentlich genutzt werden, reichen die Einnahmen jedoch selten aus, um die Betriebskosten zu decken.